
Wer sich dazu entschieden hat, Saunieren zu gehen, steht vor einer Glaubensfrage. Soll es eine Dampf- oder Trockensauna bzw. eine Sauna mit oder ohne Aufguss sein? Eines ist aber auf jeden Fall sicher: Man sollte ganzjährig dem „gesunden Schwitzen“ frönen und nicht nur an den kalten und regnerischen Tagen.
Längst ist das finnische Wort „Sauna“ zu einem festen Bestandteil unserer Sprache geworden. Es ist der Inbegriff für Entspannung und Erholung vom Alltagsstress – und das nicht nur, weil man für ein Saunabad gut und gerne zwei Stunden einplanen muss, zwei Stunden der mittlerweile zum Luxusgut avancierten Zeit, während denen sich der Saunabesucher nur auf sich und seinen Körper konzentriert und sich dessen Pflege widmet. Im Lexikon wird „Sauna“ als ein mit Holz ausgekleideter Raum oder ein Holzhäuschen definiert, in dem trockene Hitze herrscht und von Zeit zu Zeit Wasser zum Verdampfen gebracht wird. Das ist physikalisch so weit eine recht präzise Umschreibung, aber die große Beliebtheit des Saunierens lässt sich damit wohl kaum erklären.
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Sauna damals …
„In der Sauna verraucht der Zorn und die Galle trocknet ein“, besagt ein finnisches Sprichwort. Und die Finnen waren es, die die wohltuende Wirkungsweise der Sauna vor mehr als 2000 Jahren entdeckten. In der vorlappischen Sprache bezeichnete das Wort „savne“ ein Loch, das in eine Schneewehe gegraben wurde. Die Rentierhirten suchten darin Schutz vor der klirrenden Kälte. Sie legten heiße Steine hinein und begossen diese mit Wasser – schon nach wenigen Minuten begann man darin zu schwitzen. Anschließend wälzten sich die Hirten im Schnee.
Die älteste Form der Sauna geht bis in die Steinzeit zurück. Auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel finden sich ihre Spuren. Die Gründe für die große Verbreitung dieser Art der Körperreinigung sind einleuchtend: Luft ist leichter zu erwärmen als Wasser, für dessen Transport man zudem spezielle Krüge und Gefäße anfertigen und unter Umständen lange Wanderungen in Kauf nehmen musste. Ein Zelt oder eine Höhle ließ sich jederzeit ohne allzu viel Mühe in ein Schwitzbad verwandeln. Man brauchte nur einige Steine, die man im Feuer erhitzte, und ein wenig Wasser für den Aufguss.
… und heute
In Deutschland wurde die erste öffentliche Sauna 1932 in Berlin gebaut. Unterhalten wurde sie von einer Familie, die vorher einige Jahre in Finnland gelebt hatte und auch in der Heimat nicht mehr auf das lieb gewonnene Schwitzbad verzichten wollte. Die Olympiade, die 1936 in Berlin stattfand, trug ebenfalls zur Erweiterung der deutschen Saunalandschaft bei: In Döberitz wurde extra für die finnischen Athleten eine Sauna eingerichtet, die auch nach dem sportlichen Großereignis weiter betrieben wurde.
Wissenswertes rund ums Saunabaden
Trotz der vielen Jahrhunderte oder gar Jahrtausende, die seit dem Bau der ersten Sauna verstrichen sind, hat sich das Saunieren selbst nicht wesentlich verändert. Grundsätzlich wird bei einem Saunagang noch immer der Körper im zwei- bis dreimaligen Wechsel in einem heißen Raum aufgeheizt und anschließend bewusst abgekühlt, etwa in einem kalten Wasserbad. Dieser Wechsel zwischen Extremtemperaturen ist die Hauptidee hinter dem Saunieren. Dadurch soll der Körper abgehärtet und widerstandsfähiger gemacht werden.
Das finnische Wort Sauna, das weltweit unverändert in den Sprachgebrauch übernommen wurde, bezeichnet einen Raum mit hölzernen Wänden. Es gibt einen Ofen, der „kiuas“ genannt wird und der mit Holz, Strom, Öl oder Gas beheizt werden kann. Auf den Ofen wird eine dicke Schicht mit Saunasteinen gelegt, in die man den „Löyly“ gießt, den Aufguss. Die Temperatur variiert meistens zwischen 70 und 100°C.
Das Bedürfnis nach Wärme und Körperpflege war der Ausgangspunkt für die unterschiedlichen Bäderformen, die sich im Laufe der Zeit in den verschiedenen Kulturen entwickelt haben. Die zwei häufigsten Arten sind die klassische Sauna und das Dampfbad. Sie unterscheiden sich in Hinblick auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit. So herrschen im Dampfbad Temperaturen zwischen 40 und 50 °C, in der finnischen Sauna ist es zwischen 60 und 95 °C heiß, mittlerweile gibt es aber auch Heiß-Kabinen, die auf über 100 °C aufgeheizt werden. Ob eine solch extreme Erhitzung der Haut sinnvoll ist, darf jedoch bezweifelt werden, da der Schutzmantel der Haut in einer solchen Sauna stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Temperaturunterschied zwischen der obersten und untersten Bank in der finnischen Sauna liegt bei ca. 60 °C. (In einem normal beheizten Wohnraum beträgt der Temperaturunterschied maximal 3 °C). Allerdings ist hier, anders als im Dampfbad, die Luftfeuchtigkeit vergleichsweise gering. Sie liegt im Bereich von 2 bis maximal 60 % relative Feuchte, im Dampfbad können es bis zu 100 % sein. Die Sauna wird deshalb auch nicht zu Unrecht als „trockenes Dampfluftbad“ bezeichnet.
Wem die Temperaturen in der Sauna bis 95 °C zu hoch sind, relaxt lieber in den warmen Wassernebeln eines Dampfbads. Hier kommt man vor allem aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit ins Schwitzen. Ein Kompromiss zwischen beiden Saunaformen ist die Bio-Sauna: Hier herrschen etwa 60 Prozent Luftfeuchtigkeit bei einer Temperatur von 55 °C.
Wie wirkt die Sauna auf den Körper?
Die körperlichen Auswirkungen eines Saunagangs sind vielfältig. Menschen, die oft saunieren, bekommen seltener eine Erkältung. Wenn man bereits erkältet ist, ist ein Saunagang sinnvoll, um die Krankheit auszuschwitzen. Während des Saunabesuchs steigt die Hauttemperatur auf 42 °C und die Körpertemperatur um etwa 1 °C. Der Kreislauf wird angeregt und die Blutzirkulation gefördert. Der Körper reagiert darauf, indem er seine Abwehrzellen aktiviert: Erkältungen und Viren haben deshalb keine Chance mehr.
Die Hautoberfläche erwärmt sich um 3 bis 10 °C. Die Blutgefäße erweitern sich, und die doppelte Blutmenge wird durch sie hindurchgepumpt. Die Atemfrequenz steigt, die Muskeln entspannen sich. Der Schweiß fließt im wahrsten Sinne des Wortes „in Strömen“. Rund 20 bis 30 g Körpergewicht verliert ein Saunabesucher pro Minute. Bei einem 15-minütigen Saunagang ist das immerhin beinahe ein halber Liter Schweiß. Diesen Flüssigkeitsverlust will der Körper ausgleichen, indem er Wasser, das im Gewebe angereichert ist, ausschwemmt. Schlackenstoffe, die sich zwischen den Fettzellen abgelagert haben, und Milchsäure aus den Muskeln werden ins Blut abgegeben und vermehrt über den Urin ausgeschieden.
Nimmt man während der Saunagänge Flüssigkeit zu sich, wird dieser „Ausschwemmprozess“ der Schlackenstoffe gestoppt. Daher sollten Sie unbedingt erst nach dem letzten Saunagang etwas trinken, dann allerdings nicht zu wenig! Am besten eignen sich dafür verdünnte Fruchtsäfte oder Mineralwasser. Auf alkoholische oder koffeinhaltige Durstlöscher sollten Sie besser verzichten. Feste Regeln oder Richtzeiten, die festlegen, wie lange ein Saunagang dauern sollte, gibt es nicht; der eigene Körper gibt den Ton an.
Eine Devise, an die man sich halten sollte, gibt es aber doch: Erst duschen, dann abtrocknen. Denn feuchte Haut schwitzt erheblich schlechter als trockene. Auch übertreiben sollte man es nicht – 5 bis 15 Minuten Schwitzen reichen vollkommen. Je nach Wohlbefinden kann die Länge des Saunagangs aber ausgedehnt werden. Auf jeden Fall sollte man nach dem Schwitzen das Duschen nicht vergessen, denn das anschließende erfrischende Bad sollte so hygienisch wie möglich genossen werden. Schließlich möchte niemand gerne im Schweiß der Mitsaunagänger baden. Und noch eines zu den Damen unter den Saunagängern. Auch wenn es der Frisur schadet und diese hinterher wieder gerichtet werden muss – selbst der Kopf, ja gerade der Kopf sollte ebenso unter die Dusche wie der Rest des Körpers. Denn sonst kann es passieren, dass sich im Kopf ein Hitzestau bildet, der gesundheitliche Schäden zur Folge haben kann. Also: Kopf unter die Dusche!
Die Pflege während und nach dem Saunabad
Neben Entspannung und Erholung werden als Hauptgründe für den Saunabesuch häufig Haut- und Schönheitspflege genannt. Wohlriechende Aufgüsse und eine ebenso sorgfältige wie den Körper verwöhnende Pflege tragen dazu bei, aus dem Schwitzbad ein Vergnügen für alle Sinne zu machen und dem Körper eine Extraportion Aufmerksamkeit und Pflege zu gönnen, für die sich sonst nur selten Gelegenheit bietet.
Eine unglaubliche Vielfalt an ätherischen Ölen und Düften kann zur entspannenden und entgiftenden Wirkung des Saunierens unterstützend beitragen. Allerdings dürfen die Öle nie unverdünnt auf den Ofenstein gegossen werden. Dann könnte es zu einer Stichflamme kommen, die das trockene Saunaholz entzünden würde. Die Haut ist nach der Sauna besonders aufnahmebereit für pflegende Wirkstoffe, denn die Poren sind weit geöffnet und Masken und Packungen sind nun besonders effektiv. Überhaupt gehört eine sorgfältige Rückfettung durch Eincremen ebenso wie der Flüssigkeitsausgleich nach dem Saunabesuch dazu. Denn durch die vielen Wasseranwendungen trocknet die Haut leicht aus. Und dem sollte man von außen entgegenwirken. Auch auf Akne und andere Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Nesselsucht oder allergische Ekzeme hat das Schwitzbad günstige Auswirkungen, allerdings sollte in solchen Fällen vorher der Arzt zu Rate gezogen werden. Auf die Durchblutung der Schleimhäute und die Sekretabsonderung wirkt sich heiße Luft ebenfalls positiv aus. Vor allem wer Probleme mit den Bronchien hat, profitiert von regelmäßigen Saunabesuchen. Das Durchatmen fällt leichter, weil sich das Fassungsvermögen der Lunge durch die muskelentspannende Wirkung der Sauna erhöht.
Richtig saunieren
Wer einmal pro Woche in die Sauna geht, sollte zwei bis drei Saunagänge absolvieren. Bei zwei Besuchen pro Woche sind zwei Saunagänge ausreichend. Gehen Sie täglich in die Sauna, genügt ein Saunagang. Das sind nur grobe Richtlinien – entscheidend ist das eigene Wohlbefinden.
Fazit
Die hohen Lufttemperaturen von 70 bis 100 °C in der Sauna sind deshalb erträglich, weil die Luft trocken ist. Wissenswert: Wärme steigt nach oben, deshalb ist es auf den oberen Bänken heißer. Gehen Sie vor dem Saunagang auf die Toilette, denn das Saunieren regt die Nierentätigkeit an. Sauna-Neulinge sollten bei den ersten Besuchen nicht gleich mit der oberen Bank in der Kabine beginnen.
Das Saunatuch sollte groß genug sein, um ausgestreckt darauf liegen zu können. Wenn kein Saunatuch (140 x 220 mm) zur Verfügung steht, reichen auch zwei Badetücher. Es sollte kein Schweiß auf das Holz gelangen. Viele meinen, in Dampfsaunen ist es nicht notwendig, ein Handtuch mitzubringen, da ja der Schweiß, den der Vorgänger an dem Platz hinterlassen hat auf den ich mich nun setzen will, leicht mit Wasser abzuspülen ist. Ich, persönlich, vertrete diese Meinung nicht und nehme auch in die Dampfsauna ein Handtuch mit. Ein Handtuch mehr oder weniger in der Waschmaschine ist sicher zu verschmerzen. Legen Sie sich, wenn der Platz es erlaubt, die ersten 10 Minuten des Saunierens hin (ein Keil unter dem Kopf entspannt). Jedoch sollte man unbedingt die letzten 5 Minuten in der Kabine sitzend verbringen, damit sich der Kreislauf wieder stabilisiert. Wenn Sie im Sitzen saunieren, ziehen Sie, wenn möglich, die Beine auf die Sitzbank.
Wechseln Sie auf eine tiefer liegende Bank, wenn Ihnen zu heiß wird. Hier bitte keine Scheu haben, insbesondere während einer Aufgussphase, die sich bis zu 10 Minuten hinziehen kann. Ein Saunagang dauert ca. 10 bis 15 Minuten. Maximal sollten es jedoch nicht mehr als 20 Minuten sein. Es ist nicht ratsam, sich „zum Bleiben zu zwingen“, wenn Sie merken, dass die Zeit zu lang ist. Aber man sollte die Saunakabine auch nicht nach dem ersten Schweißtropfen verlassen. Auf die jeweilige „Tagesform“ kommt es an. Nicht ein striktes Einhalten der Zeiten, sondern das eigene Empfinden ist hier der Maßstab.
Die Abkühlung ist so wichtig wie das Aufheizen. Das besondere „Gefühl danach“ – entspannt, vital und wie neugeboren – wird erst durch die richtige Kalt-Anwendung nach dem Saunagang erreicht. Wer sich davor drückt oder nur lauwarm duscht, bringt sich um den eigentlichen Sauna-Effekt. Halten Sie Ihre Muskeln in Bewegung und gehen Sie auf und ab. Kühlen Sie Ihren Körper mit kaltem Wasser aus dem Wasserschlauch. Für geübte Saunagänger (ohne Bluthochdruck) bietet sich noch der Einstieg ins Tauchbecken an; dabei ruhig durchatmen (10 Sekunden reichen)! Duschen Sie auch vorher (nicht vergessen), aus hygienischen Gründen! Im Anschluss an die Abkühlung entspannt ein warmes, knöchelhohes Fußbad bei ungefähr 40 °C die Gefäße.
Die Kühlphase sollte lang genug sein. Zu starkes Nachschwitzen birgt Erkältungsgefahren! Ruhen in nicht zu warmer Luft erhöht die Entspannung. Legen Sie die Beine hoch und halten Sie sie warm.
Das lauwarme Schwimmbecken ist keine Alternative zum kalten Tauchbecken: Die Atemwege kühlen dort nicht genug ab, und die positive Wirkung bleibt aus. Nach dem Saunagang sollten Raucher rund 20 Minuten lang auf Zigaretten verzichten, denn durch die erweiterten Gefäße werden Schadstoffe stärker aufgenommen. Trinken Sie vor dem Saunabesuch nur wenig und nach dem Saunabesuch reichlich Wasser. Verzichten Sie zwischen dem ersten und zweiten Saunagang auf Getränke, da Flüssigkeit den Entschlackungseffekt vermindert und Zellgifte so nicht ausgeschieden werden können. Alkohol vermeiden Sie am besten ganz – wenn überhaupt, sollten Sie ihn in Maßen genießen. (jb)

Titelfoto: Ausgabe 1.10
Duschabtrennung:
TerraShower Concept,
KORALLE
Waschtisch: Preciosa II,
KERAMAG
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KERAMAG, Beschreibung siehe Seite 6titelbild: Duschabtrennung: TerraShower Concept, KORALLE, Waschtisch: Preciosa II, KERAMAG
AusgabInhalt Das Bad 2.09
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