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Historisches Firmenporträt

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Hornberg im Schwarzwald war bereits zu Zeiten der Römer kein unbekannter Ort, denn mitten durch die Stadt führte eine der bedeutendsten Fernverbindungen von Straßburg zum Bodensee, genauer gesagt zur Konzilstadt Konstanz. Zu dieser Zeit konnte man jedoch Hornberg noch nicht so recht als Siedlung bezeichnen, eher als Rastgelegenheit für Durchreisende, die sich dann im Laufe der Zeit zu einer Ansiedlung entwickelte.

Hornberg hatte einen hohen Bekanntheitsgrad, und zahlreiche Rast-, Schlaf- und Verpflegungsmöglichkeiten erleichterten dem Durchreisenden den Aufenthalt. Von 1238 an hielten die Herren von Hornecken, die das Lehen vom Bistum Speyer übertragen bekommen hatten, hier das Zepter in der Hand. Eine der damaligen nicht unbeträchtlichen Einkommensquellen des Lehens war das Graben nach Porzellanerde, die für die Herstellung des „weißen Goldes“ zwingend erforderlich war. 1799 war in der Veröffentlichung „Würtembergs Kirchen- und Lehrämter“ zu lesen: „Die Oberamtsstadt Hornberg mit rund 1000 Einwohnern liegt in einem sehr tiefen und engen Thal des Schwarzwaldes gegen den Brisgau an dem Flüsschen Guttach … Eine Stunde von der Stadt wird auf einem Hohen Berg die schöne Porzelanerde gegraben, welche zu Ludwigsburg (siehe Kasten) verarbeitet wird …“

In diese Umgebung – außerordentlich heimatgebunden und traditionell – wurde der Mann geboren, der bereits 1799 den Grundstein für ein späteres Weltunternehmen legte, sein Name: Georg Friedrich Horn.

1817 |
Nach einem Erlass des Großherzöglichen Staatsministeriums wird dem Steuerobereinnehmer Georg Friedrich Horn am 2. Mai die Genehmigung für den Betrieb einer keramischen Fabrik in Hornberg erteilt. Die ganz in der Nähe abgebaute sogenannte „weiße Erde“ aus dem Porzel­­­-lan­erdebergwerk beim Karlsstein, die vorhandenen Wasserkräfte sowie der Holzreichtum des Schwarzwaldes gaben bei der Wahl des Standorts den Ausschlag.

1822 |
Georg Friedrich Horn überträgt das Geschäft auf seine Kinder Carl, Hermann, Nanette und Louise. Endlich, am 24. Juli 1830, gibt auch das Ministerium grünes Licht: „Seine kaiserliche Hoheit (S. kgl. Hoheit ) haben gnädigst den Horn’schen Kindern zu Hornberg die erbetene Erlaubnis zur Steingutfabrikation und zwar ohne Beschränkung auf eine bestimmte Zeit gnädigst zu erteilen geruht“. Doch die Konkurrenz macht den Geschwistern das Leben schwer.

1830 |
Der offizielle Segen kommt fast zu spät. Ende des Jahres sind die finanziellen Mittel der Gebrüder Horn erschöpft. Der Familienrat beschließt, noch einen letzten Brand zu wagen. Das Geld dafür – 1400 Gulden – (damals eine gewaltige Summe) leiht ihnen der „Untere Bauer“ Hansjörg Haberstroh. Der Brand gelingt, und mit ihm hält der Wohlstand wieder Einzug.

1842 |

Erstmals wird die Fertigung von Nachtgeschirren und damit Sanitärkeramik erwähnt. Die Gebrüder Horn beschäftigen nun 10 Mädchen, 10 Knaben und 50 Erwachsene. 1860 sind es bereits rund 300 Mitarbeiter.

1863–73 |

Zwischen Offenburg und Konstanz wird die Schwarzwaldbahn in Betrieb genommen. Auf dem Streckenabschnitt Hornberg-Sommerau überwindet sie einen Höhenunterschied von 448 m und schlängelt sich auf 11 km Luftlinie durch 36 Tunnel. Von Hornberg aus kommen jetzt Menschen und Güter in vier Stunden an den Bodensee, aber Hornberg büßt seine verkehrstechnische Schlüsselstellung ein und wird zur Durchgangsstation. Eine neue Ära bricht an.

1884 |
Nachdem der letzte Horn gestorben ist, brechen auch für das (Lebens-)Werk der Familie neue Zeiten an: Die Fabrik wird für 700.000 Gulden an Albert Keller aus Pforzheim veräußert.

1900 |
Der Ausbau des Eisenbahnnetzes, die Erfindungen des Kraftwagens 1885, des Dieselmotors 1897 und der drahtlosen Telegraphie sowie der Beginn der Luftschifffahrt um 1900 beflügeln Mobilität und Informationsaustausch.

1903 |
Die Fabrik der Gebrüder Horn wird in eine AG umgewandelt und führt bis 1905 den Namen „Steingutfabrik Hornberg AG“, vorm. Gebr. Horn, und ab 1906 „Schwarzwälder Steingutfabrik AG“. Neben der Geschirr-Fabrikation beginnt die Herstellung von Sanitärwaren. In Deutschland leisten die Hornberger wahre Pionierarbeit, denn das Gros der Sanitärwaren wurde aus England eingeführt. Die Modernisierung verschlingt ungeheure Geldmittel, die vor allem die Gebrüder Stinnes aufbringen.

1912 |
Eduard Cronn bekommt die Geschäftsführung übertragen. Er stellt die Produktion endgültig von Geschirrsteingut auf Sanitärkeramik um.

1923 |
Unter der Bezeichnung „Duraba“ wird ein doppeltstarkes Hartsteingut als Material für höchste Ansprüche entwickelt. Man nimmt den ersten Tunnelofen Europas in Betrieb, bereits vier Jahre später folgt der zweite.

1929–33 |
Das Hornberger Werk erweist sich als mindestens ebenso robust wie das doppelstarke Hartsteingut „Duraba“, welches dort hergestellt wird. Es übersteht die Weltwirtschaftskrise und exportiert Mitte der 30er-Jahre über die Hälfte seiner Gesamtproduktion in 34 Länder der Erde. Es besitzt zwei Tunnelöfen, von denen der Glattofen mit 140 m Länge und einer Tagesleistung von 1700 Sanitärteilen die größte feinkeramische Tunnelofentype darstellt.

1937 |
Anlässlich des 120-jährigen Bestehens am 2. Mai wird der Auerhahn als Markenzeichen eingeführt: „Der Auerhahn ist der größte, schönste und seltenste Vogel unserer Wälder, die stolze Beute des Jägers. Sein Bild soll zu aller Zeit Grüße aus unserer schönen Schwarzwaldheimat in die weite Welt hinaustragen“, heißt es in der Jubiläumsbroschüre.

1944/45 |
Mit Einbruch des Winters muss das Werk wegen Kohlenmangels vorübergehend schließen.

1948 |
Im Zuge der Währungsreform kommen auch die Hornberger Geschäfte wieder in Schwung. Wiederauf- und Ausbau des Unternehmens werden in Angriff genommen. Der alte Grundsatz, die technischen Anlagen und Einrichtungen stets auf dem modernsten Stand zu halten, wird mit ungebrochenem Unternehmungsgeist in die Tat umgesetzt.

Ab 1950 |
Der Übergang vom Hartsteingut „Duraba“ zum Sanitärporzellan wird vollzogen. Wieder einmal wird der Fabrikationsablauf des Unternehmens komplett umgestellt. Ein nahezu 100 Jahre altes Mühlengebäude muss einer hochmodernen und vollautomatischen Massenaufbereitungsanlage mit neuer Kraftzentrale und Ferngasbezug weichen.

1960 |
Da die Bezeichnung „Steingutfabrik” nun nicht mehr zutreffend ist, wird die Firma in „Duravit-Hornberg Sanitär-Keramisches Werk GmbH, vorm. Steingutfabrik Schwarzwald GmbH“ umbenannt. Der neue Name setzt sich aus Duraba und VITreous China (Bezeichnung für Porzellan) zusammen: Duravit ist geboren.

1967 |
„Weltwirtschaft ist kein Lehrbegriff mehr, sondern eine Tatsache“, stellt Irma Röchling-Stinnes anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums fest. Sie ist nach Übernahme der Anteile ihrer beiden Schwestern die alleinige geschäftsführende Gesellschafterin. Ihr zur Seite stehen treue Mitarbeiter wie Direktor Carl Bühler, der 1968 von Felix Bruhns abgelöst wird.

1970 |
Das Unternehmen wechselt von der klassischen Gießerei mit Einzelformen auf moderne Reihengießanlagen.

1977 |
Die Badmöbelproduktion beginnt: zuerst in einem zweiten Werk in Hornberg und ab 1992 im eigens dafür errichteten Werk im rund 30 km entfernten Schenkenzell. Jutta Greinert übernimmt die Firmenanteile ihrer verstorbenen Mutter Irma Röchling-Stinnes.

1982 |
Auch mit der Produktion von Accessoires wird in Hornberg begonnen: teils aus Keramik, teils aus Metall.

1984 |
Die Firma wagt den Schritt ins Ausland und übernimmt auf der anderen Rheinseite im elsässischen Bischwiller die Aktienmehrheit des französischen Unternehmens Céramique de Bischwiller, das 1991 zur hundertprozentigen Tochter wird.

1987 |
Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit Dieter Sieger die erste komplette Designserie fürs Badzimmer. Der Schritt hin zum Design wird zum Gewinn auf der ganzen Linie: Die Serie Giamo – Sanitärkeramik, Badmöbel und Accessoires – ist der Beginn einer bis heute andauernden erfolgreichen und vielfach ausgezeichneten Zusammenarbeit, aus der inzwischen 13 weitere Serien hervorgegangen sind.

1988 |
Mit der Umwandlung von der GmbH in eine AG wird Felix Bruhns – bis zu seiner Ablösung 1991 – zum Vorstandsvorsitzenden.

1991 |
Der ehemalige Vorstand für Vertrieb & Marketing Franz Kook tritt die Nachfolge von Felix Bruhns als Vorstandsvorsitzender an: Die Zeichen stehen auf Expansion – sowohl produkttechnisch, als auch geografisch.

1992 |
Der Sanitärhersteller übernimmt „Mann & Maschine“ der Sanitärporzellan Dresden GmbH und legt so den Grundstein für die Sanitärporzellan Meißen GmbH.

1992 |
Der französische Star-Designer Philippe Starck kreuzt die Wege des Unternehmens: Das Bad von Philippe Starck erobert 1994 die Sanitärwelt und wird im Jahr 2000 vom Rat für Formgebung mit dem Bundespreis Produktdesign ausgezeichnet. 1998 folgt der Edition 1 die Edition 2 und 2002 Starck 3.

1999 |
In Kairo beginnt man mit der Produktion von Sanitärkeramik.

2001 |
In der Türkei nimmt die „Türkische Tochter“ ihre Produktion auf, als Schnittstelle zwischen Europa und Asien.

2002 |
Das Werk in Ägypten bekommt ein weiteres Standbein: 2002 entsteht mithilfe eines zweiten Werks der neue Geschäftsbereich Wannen & Wellness, womit der Konzern endgültig zum kompetenten Komplettanbieter fürs Badezimmer avanciert. In Achern entsteht als Konsequenz aus den internationalen Transaktionen ein hochmodernes Logistikzentrum: Duralog.

2003 |
Mittlerweile operiert der Sanitärhersteller in über 50 Ländern mit 18 Beteiligungsgesellschaften.

2004 |
Am Stammsitz in Hornberg erbaut das Unternehmen einen außergewöhnlichen Bau nach Entwürfen des Star-Designers und Architekten Philippe Starck. Die Fassade wird von einem 12 mal 9 m großen Einschnitt unterbrochen. Darin steht – gut sicht- und sogar begehbar – ein originalgetreu nachgebildetes WC als Aussichtsplattform. Das neue Gebäude ist ein klares Bekenntnis zum Standort Hornberg, das auch von den Hauptaktionären Jutta, Klaus und Gregor Greinert unterstützt wird. Sie halten 75 Prozent der Aktien; die restlichen Anteile hält die Laufen-Gruppe, Schweiz.

2005 |

Startschuss auch in China: Neben dem bereits bestehenden Vertriebsbüro in Shanghai beginnt in Chongjing die Produktion.

2006 |
Das Unternehmen übernimmt alle Anteile (100 Prozent) an der Duravit Sanitaryware Co. Ltd. und ist damit alleiniger Gesellschafter.

2008 |
Das Unternehmen entschließt sich dazu, die Mehrheitsbeteiligung am tunesischen Keramikhersteller „Manufacture Tunisienne des Céramiques“ (MTC) zu übernehmen.

2009 |
Im ISH-Jahr Vorstellung von Sauna, Whirlpoolsystemen und einer Küchenspüle.
Neben zahlreichen sozialen Aktivitäten tritt der Konzern auch als Sponsor im Amateur- und Profisport in Erscheinung. Er ist Hauptsponsor des Freiburger Fußballclubs „FC-Freiburg“, außerdem werden in Mannheim die Handball-Heimmannschaften „Adler Mannheim“ und „Rhein-Neckar Löwen“ unterstützt. Aber auch die Bundesliga-Feldhockey-Spieler des Mannheimer HC erhalten viel Unterstützung durch den Sanitärhersteller. Zusätzlich fördert das Unternehmen den Tennisclub „Grün-Weiß Mannheim“. 2008 sponserte das Unternehmen die Trikots der tschechischen Hallenhockey-Nationalmannschaft bei der WM in Wien. Als Hauptsponsor des Duravit-Erlebnislaufs engagiert sich der Badhersteller zudem bei einem regionalen Ultralanglauf, bei dem die Teilnehmer eine Strecke von 64 km – von Wolfach nach VS-Schwenningen – bewältigen müssen. (jb)

Fotos | Duravit

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Titelfoto: Ausgabe 1.10

Duschabtrennung:
TerraShower Concept,
KORALLE

Waschtisch: Preciosa II,
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titelbild: Duschabtrennung:
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KERAMAG, Beschreibung siehe Seite 6titelbild: Duschabtrennung: TerraShower Concept, KORALLE, Waschtisch: Preciosa II, KERAMAG

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